Gendefekt MDR 1 – was muss ich wissen? 

„MDR 1“ ist mit Sicherheit einigen Hundebesitzern, vor allem von Border Collies und Australian Shepherds, ein Begriff. Sicherlich wissen viele nicht, dass dieser Gendefekt auch bei anderen Rassen vorkommen kann. Diese Hunderassen sollten unbedingt getestet werden, denn viele alltägliche Medikamente können ungeahnte, vielleicht auch tödliche, Folgen haben.

Was MDR1 genau ist, welche Rassen betroffen sind und welche Medikamente unbedingt vermieden werden sollen, würde ich euch heute gerne in meinem neuen Blogbeitrag beschreiben. 

Was ist MDR 1?
MDR1 (Multi Drug Resistance) ist ein Gendefekt der den Ursprung vermutlich durch einen einzigen Hund Mitte des 19. Jahrhunderts hat. Dieser Hund ist wahrscheinlich auch für die Abzweigung zur Rasse Collie beteiligt. Denn alle MDR1-Defekt betroffenen Rassen sind in irgendeiner Weise mit dem Collie verwandt.

Durch das MDR1-Gen kommt es zu einer mangelhaften oder fehlenden Synthese eines bestimmten Proteins (P-Glykoprotein, P-gp), welches ein wichtiger Bestandteil der Blut-Hirn-Schranke ist. Dies wiederum führt zu einer Überempfindlichkeit von manchen Arzneimitteln, die neurotoxisch bzw. auch tödlich enden können. (Quelle: wikipedia.de)

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Wie teste ich meinen Hund auf MDR1?
Der Hund bekommt eine kleine Probe Blut abgenommen. Im Labor wird das Blut dann auf den Gendefekt untersucht. Das Ergebnis ist innerhalb weniger Tagen da und kostet circa 60 Euro.

MDR1 Ergebnisse können dann sein:

MDR1 (+/+)
Bei diesem Ergebnis ist alles in Ordnung. Es können keine neurotoxischen Reaktionen bei der Einnahme von verschiedenen Medikamenten / Wirkstoffen eintreten.

MDR1 (+/-)
Bei diesem Ergebnis ist es leider so, dass ein Elterntier den Defekt vererbt hat. Der Hund ist von dem Gendefekt MDR1 betroffen. Das heißt, dass der Defekt auch weiter vererbt werden kann. Zudem kann es sein, dass der Hund auf verschiedene Wirkstoffe reagiert.

MDR1 (-/-)
Bei diesem Ergebnis wurde der Gendefekt MDR1 von beiden Elterntieren weitervererbt. Es muss davon ausgegangen werden, dass das Tier sehr sensibel auf die Medikamente / Wirkstoffe reagiert! In diesem Fall ist DRINGEND darauf zu achten, dass keine Medikamente mit den Wirkstoffen eingenommen werden, worauf die Hunde regieren!

Welche Medikamente / Wirkstoffe sollten bei MDR1 positiv gemieden werden?

Wirkstoff Eingesetzt bei Symptomen
Makrozyklische Laktone, Ivermectin, Doramectin, Selamectin, Moxydectin, Milbemycinoxim, Antiparasitikum ACHTUNG! Dieses Medikament wird häufig auch bei Pferden eingesetzt. Das Medikament ist demnach auch in den Hinterlassenschaften der Pferde enthalten. Demnach bitte keine Hinterlassenschaften fressen lassen!
Emodepsid (Handelsname Profender und Procox) Antiparasitikum Wird bei Hunde und Katzen gegen Würmer eingesetzt
Loperamid (Handelsname: Imodium und zahlreiche Generika) Durchfallmittel
Zytostatika Krebstherapie
Opioide (Morphin, Methadon, Fentanyl, Butorphanol und andere) Schmerzunterdrückung und chirurgischen Eingriffen
Antimykotika Gegen Pilzbefall
Ketoconazol und Itraconazol, das Immunsuppressivum Cyclosporin A Gegen Juckreiz
Cimetidin und Ranitidin Magenschutzpräparate
Verschiedene Antibiotika
Sedativum Narkoseprämedikation

Tierarzt Dr. Rückert hat in seinem Blog das Thema MDR1 sehr gut beschrieben und macht auch noch einmal auf die Wichtigkeit aufmerksam die Hunde testen zu lassen!

„Umso weniger verstehe ich, wie unglaublich viele (nur als Beispiel) Aussies da draußen rumlaufen, die nie getestet wurden und bei denen die erstmalige Anwendung eines der kritischen Medikamente ein echtes Glücksspiel darstellt. „

Ein Zitat von Dr. Rückert welches meines Erachtens nach schön unterstreicht, wie einfach und wichtig doch eine Untersuchung ist, aber immer noch so wenige Hundebesitzer durchführen.

Dank ihm habe ich diese detaillierte Auflistung der verschieden Medikamente gefunden, die im alltäglichen Gebrauch sind. Ich bin der Meinung, dass es mehr solche Tierärzte wie ihn geben sollte!

Welche Rassen können von MDR1 betroffen sein?
Es ist ein Irrtum wenn man denkt, dass nur der Border Collie oder der Australian Shepherd von dem Gendefekt betroffen sein können. Wichtig ist diese Untersuchung für folgende Rassen!DSC03533.JPG

Collie (Kurzhaar und Langhaar)
Australian Shepherd
Shetland Sheepdog (Sheltie)
Longhaired Whippet
Silken Windhound
Wäller
MacNab
English Shepherd
Weißer Schäferhund
Bobtail
Border Collie
Old English Sheepdog (Bobtail)
Deutscher Schäferhund
Mischlingshunde

 

Also ihr Lieben, die Untersuchung ist so unglaublich wichtig und lebensrettend für euren Hund! Vor allem finde ich die Untersuchung auch bei Mischlingshunden wichtig, da man meistens nicht weiß, welche Rassen tatsächlich in dem Lieblingsmischvierbeiner versteckt sind 🙂 Bliss habe ich mit 1 Jahr testen lassen. Sie ist MDR1 (+/+). Über dieses Ergebnis war ich wirklich sehr froh!

Viele Grüße
Bliss & Tine

 

Quellenangabe:

http://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.php?Kunde=1489&Modul=3&ID=19426

https://www.transmit.de/mdr1-defekt/

Profender®

 

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